Noble Volunteers

Noble VolunteersRotröcke! Für die Amerikaner erinnert das Wort an eine Besatzungsarmee, die versuchte eine Revolution gegen König und Land niederzuschlagen. Seit Jahrhunderten sind diese Soldaten trotz ihrer großen Rolle bei einem der größten Ereignisse der Weltgeschichte verborgen geblieben. Diese Männer hatten mehr zu bieten als ihre roten Uniformen, aber die Personen, die die Reihen bildeten, werden in der historischen Literatur selten detailliert beschrieben, so dass unbeantwortete Fragen offen bleiben. Wer waren sie? Warum haben sie sich der Armee angeschlossen? Wohin gingen sie, als der Krieg vorbei war?

In seinem Buch erweckt Don N. Hagist diese Menschen zum Leben und beschreibt die Ausbildung, Erfahrungen und Ergebnisse der britischer Soldaten die während der Revolution gekämpft haben.

"Noble Volunteers: The British Soldiers Who Fought the American Revolution" erschien am 3. Dezember 2020 bei Westholme Publishing. Don N. Hagist ist Chefredakteur des "Journal of the American Revolution". Als Experte für die britische Armee in der amerikanischen Revolution ist er Autor zahlreicher Bücher und Artikel

German Troops in the American Revolution

German Troops in the American RevolutionWährend der amerikanischen Revolution (1775-83) bildeten deutsche Hilfstruppen ein wesentliches Element der britischen Kriegsanstrengungen. Rund 30.000 deutsche Truppen dienten in Nordamerika und pflegten eine langjährige Beziehung zwischen Großbritannien und verschiedenen deutschen Fürstentümern. Diese Truppen wurden weithin als Söldner bezeichnet, aber es handelte sich tatsächlich um reguläre Truppen.

Ursprünglich von der amerikanischen Bevölkerung gefürchtet, wurden die deutschen Truppen von ihren Gegnern hoch respektiert. Ihre Rolle in den Kämpfen würde die Taktik und Methoden einer Generation deutscher Offiziere beeinflussen, die nach dem Krieg nach Europa zurückkehrten und von denen viele während des französischen Revolutions- und Napoleonischen Krieges leitende Kommandos innehatten.

Der größte Teil der deutschen Truppen stammte aus Hessen-Kassel. Als einziges deutsches Kontingent, das als Einheit unter eigenen Generaloffizieren eingesetzt wurde, waren sie im Stil der Preußen gekleidet und ausgerüstet und wurden auf die gleiche Weise ausgebildet. Viele hatten während des Siebenjährigen Krieges (1756-63) aktiven Dienst gesehen und dienten unter Karriereoffizieren. Sie waren gut diszipliniert und kompetent, zeigten aber wenig offensichtliche Begeisterung für die britische Sache.

Die Truppen von Hessen-Kassel nahmen an jeder größeren Kampagne des Konflikts teil, wobei die Fachkenntnisse des  Jägers besonders gefragt waren.

Vollständig illustriert untersucht diese Studie die Organisation, das Aussehen, die Waffen und die Ausrüstung der Hessen-Kassel-Truppen, die in der amerikanischen Revolution für König George kämpften.

Donald M. Londahl-Smidt diente in der US Air Force und trat als Oberstleutnant in den Ruhestand. Er hat ein starkes Interesse an den Uniformen und der Militär- und Marinegeschichte der amerikanischen Revolution und hat zu einer Reihe historischer Veröffentlichungen beigetragen.

Jeff Trexler studierte an der Pennsylvania Academy of Fine Arts in Philadelphia und arbeitet heute als professioneller Illustrator.

"German Troops in the American Revolution (1) Hessen-Cassel" ist ab dem 18. Februar 2021 bei Osprey Publishing verfügbar.


Die Invasion Amerikas: Die Landungsboote, die Tausende Britischer Soldaten an die amerikanischen Strände brachten

Von Hugh T. Harrington auf Journal of the American Revolution


Amphibische Operationen, die das Anlanden von Soldaten und Nachschub von See her umfassen, sind besonders schwierig und erfordern besondere Techniken, enge Koordination zwischen Marine und Heer, sowie spezielle Ausrüstung. Die Briten hatten die erforderlichen Fähigkeiten während des Siebenjährigen Krieges erlernt. Nach einem gescheiterten Angriff auf den Hafen von Rochefort verbesserten Briten ihre Kommando- und Kontrollabläufe und entwarfen spezielle Fahrzeuge für Landungen an feindlichen Stränden, die allgemein als „flatboats“ bekannt wurden. [1]

Im günstigsten Fall sollten die Soldaten so nah an die Küste gebracht werden, daß sie die kürzestmögliche Distanz unter feindlichem Feuer an Land zu waten hatten. Gewöhnliche Großboote  waren für Landeoperationen aufgrund ihres großen Tiefgangs, der in beladenem Zustand bis zu fünf Fuß betragen konnte, ungeeignet. [2] Zudem erschwerte die lange, schmale Bauart der Großboote das Be- und Entladen der Soldaten, da diese durch die Ruderer und die Riemen steigen mußten, um die Boote über die Seiten zu verlassen.

Im April 1758 genehmigten die Lords Commissioners der Admiralität den Entwurf eines „flatboat“ mit geringem Tiefgang. [3]. Es sollte zwei Größen geben: Eines von 36 Fuß Länge und 10 Fuß 2 Zoll Breite. Dieses sollte etwa fünfzig Mann sowie einen Marineoffizier, einen Kanonier und zwanzig Ruderer tragen.  Die kleinere Version war 30 Fuß lang, 9 Fuß 9 Zoll lang und trug sechzehn Ruderer. Beide Boote gingen nur 2 Fuß 11 Zoll tief und besaßen einen weiten, runden Bug und ein Spiegelheck. Voll beladen benötigten sie nur 2 Fuß tiefes Wasser, so daß sie sehr dicht ans Ufer herankommen konnten. [4]

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„The Trafalgar Way“ oder „Lapenotières Rennen"

Trafalgar Way ist die  Bezeichnung der Route zwischen Falmouth und Whitehall, Sitz der Admiralität, im Zentrum Londons, die Leutnant John Richards Lapenotière genommen hatte, um Collingwoods Nachrichten über den Sieg bei Trafalgar und Nelsons Tod zu überbringen.

Am 26. Oktober signalisierte Collingwood, der von der beschädigten Royal Sovereign auf die Euryalus wechseln musste, dem Schoner Pickle näher zu kommen und übergab die ersten beiden Berichte über die Schlacht von Trafalgar an Lapenotière.

Vor dem Kap St. Vincent traf am 28. Oktober der Schoner Pickle auf die Sloop Nautilus, die auf dem Weg nach Lissabon war, unter dem Kommando von John Sykes. Obwohl Sykes der höherrangige Offizier war, bat ihn Lapenotière entgegen dem Protokoll überzusetzen. Die Details des zweistündigen Treffens sind nicht dokumentiert, doch es liegt nah, dass Sykes die Bedeutung des Auftrags erkannt hatte.

Durch die Vernichtung der spanisch-französischen Flotte war der Auftrag der Nautilus hinfällig geworden. Sykes entschied sich ebenfalls den Kurs in Richtung England zu setzen. Am 29. Oktober war auch Lapenotière klar, dass Sykes seinen Befehl nach Lissabon zu segeln nicht mehr nachkam und der Pickle folgte.

Lapenotière erreichte am Morgen des 4. November, nach neun Tagen auf See, gegen 11 Uhr britischen Boden. Die Linie der Semaphoren zwischen Portsmouth und Plymouth war 1805 noch nicht  fertiggestellt, daher musste er den Landweg wählen. Wenige Stunden später bestieg er eine Postkutsche, während die Pickle weiter in Richtung Plymouth segelte.

Während der gut 38 Stunden dauernden Fahrt wechselte er 21 Mal die Pferde. Er erreichte am frühen Morgen des 6. Novembers 1805 die Admiralität. Der erste Seelord, Lord Barham, war gerade dabei sich zur Ruhe zu begeben

Keine 24 Stunden nachdem Pickle vor Falmouth vor Anker gegangen war, erreichte die Nautilus Plymouth. Die Nautilus war nicht nur das schnellere Schiff gewesen, Sykes hatte auf seiner Route auch besseres Wetter gehabt. Sykes traf in Plymouth auf den Vizeadmiral Young und berichtete ihm vom Ausgang der Schlacht von Trafalgar. Young hatte natürlich zu diesem Zeitpunkt keine Informationen über den Verbleib von Lapenotière oder der Pickle. So setzte er Berichte auf und steckte Sykes ebenfalls in eine Kutsche um die Admiralität zu informieren.

Sykes traf fast im gleichen Moment wie Lapenotière bei der Admiralität ein. Lapenotière übergab seine Nachrichten, während Sykes im Foyer wartete.

Es gibt verschiedene Überlegungen weshalb Lapenotière in Falmouth an Land ging und nicht durch den Kanal segelte. Möglicherweise wollte er keine Zeit aufgrund von schlechten Witterungsbedingungen im Kanal verlieren? Vielleicht war es auch unbürokratischer in einem kleinen Hafen anzulegen? Lapenotière kannte den dortigen Hafenmeister Captain John Bowen und konnte auf seine Unterstützung setzen.

Überhaupt ist Collingwoods Wahl des Überbringers der wichtigen Nachrichten bedenkenswert. In der Regel war es eine besonders Auszeichnung für hochrangige Offiziere die Berichte von erfolgreichen Schlachten nach London zu bringen. Auszeichnungen, Geld und Karrierechancen warteten auf die Offiziere. Tatsächlich erhielt Lapenotière eine stattliche Prämie und wurde zum Commander befördert.

Aber warum wurde Lapenotière ausgewählt? Collingwood stand nach der Schlacht vor einer großen Verantwortung. Der aufziehende Sturm bedrohte die angeschlagene Flotte und brauchte jeden erfahrenen Offiziere auf den Schiffen.

Eine interessante Rolle in diesem Zusammenhang spielte Robert Benjamin Young (1773 - 1846). Young, der wie Nelson in die Schlachten von Kap St. Vincent und am Nil involviert war, beobachtete die Schlacht vom Deck des Kutter HMS Entreprenante (10) aus.

Obwohl es keine schriftlichen Befehle gab, hielt Young für den Rest seines Lebens daran fest, dass Nelson ihn ausdrücklich in der Nähe der Victory haben wollte, um sofort die Berichte an die Admiralität in der Heimat zu überbringen.

Der enttäuschte Robert Young segelte zwei Tage nach Lapenotière mit Kopien der Berichte nach Faro ab, um den britischen Generalkonsul in Portugal zu informieren.

Auch wenn HMS Pickle nur eine kleine Rolle in der Weltgeschichte spielte, wird heute immer noch regelmäßig die „Pickle Night“ zelebriert. Der Jahrestag der Ankunft von Collingwoods Berichten beendet die Feierlichkeiten, die am 21. Oktober mit dem „Trafalgar Day“ beginnen.

Thomas Schuler: Auf Napoleons Spuren - Eine Reise durch Europa

Auf Napoleons Spuren: Eine Reise durch EuropaAngeblich wurden über Napoleon Bonaparte bereits eine Million Bücher geschrieben. Trotzdem sind in den letzten Jahren immer wieder neue Biografien und Sachbücher erschienen. Und jetzt liefert der Verlag C.H. Beck ein weiteres Buch über den Korsen, der in ganz Europa seine Spuren hinterlassen hat. Kann man über die historische Person Napoleon Bonaparte überhaupt noch etwas Neues schreiben?

Ja! Dieses Buch darf man sich nicht entgehen lassen. Thomas Schuler nimmt den Leser mit auf eine Reise durch Europa und die Zeit. Er begab sich an Orte wie Moskau, Paris, Berlin, London, Kaub oder Venedig und schildert seine Beobachtungen. Fast glaubt man, dass Napoleon eben erst hier gewesen war und jeden Moment an diesen Ort zurück kommen könnte. Besonders interessant ist es, wie viele Spuren Napoleons in England zu finden sind, obwohl er niemals einen Fuß auf die Insel setze.

Seine Spurensuche auf den Schlachtfeldern von Waterloo oder Beresina beschreibt er sehr eindringlich. Doch auch unterhaltsame Anekdoten aus Vergangenheit und Gegenwart sind zu finden.

Thomas Schuler ist einer der führenden Napoleon-Experten Deutschlands. Neben einer umfangreichen publizistischen Tätigkeit zum Thema und europaweiten Vorträgen organisiert er historische Führungen an Originalschauplätzen der Epoche.

Auf Napoleons Spuren - Eine Reise durch Europa erschien am 28. August 2019 im Verlag C.H. Beck. 408 Seiten, mit 32 Abbildungen und 11 Karten.

Denis Orde : In the Shadow of Nelson: The Life of Admiral Lord Collingwood

In the Shadow of Nelson: The Life of Admiral Lord CollingwoodObwohl Cuthbert Collingwood 10 Jahre älter war als Horatio Nelson, schlossen die beiden als junge Offiziere 1777 eine enge Freundschaft, die über Jahrzehnte bis zu Nelsons Tod bei Trafalgar andauern sollte.  Nur in dieser Schlacht war Nelson, dessen Karriere gradliniger verlaufen war als die seines Freundes, Collingwoods direkter Vorgesetzter.

Ihre Freundschaft ist vor allem auch deshalb bemerkenswert, weil beide von so unterschiedlichem Charakter waren. Collingwood war zurückhaltend, streng und schüchtern, während Nelson charismatisch und ein ein romantische Draufgänger war.

Collingwood kämpfte im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg und nahm an den Schlachten „The Glorious First of June (1794)“ und „Cape St Vincent (1797)“ teil. Dennoch verlief seine Karriere nicht immer ohne Rückschläge. 1777 wurde er wegen Befehlsverweigerung vor ein Kriegsgericht gestellt und freigesprochen.

Nachdem er bei Nelsons Tod das Kommando über die Flotte übernommen hatte, war er der Autor des berühmten „Trafalgar Despatch“, die den Sieg in der Schlacht und Tod von Nelson der Nation ankündigte.

Collingwoord wurde Oberbefehlshaber der Mittelmeerflotte, sollte aber niemals nach Hause zurückkehren. Er starb 1810 auf See. Bestattet wurde er an der Seite seines lebenslangen nahen Freundes Lord Nelson in der St Paul’s Cathedral in London.

„In the Shadow of Nelson: The Life of Admiral Lord Collingwood“ von Denis Oder versucht Licht in das Leben und Wirken von Cuthbert Collingwood zu bringen. Reprint erschien bei Pen & Sword Books Ltd im Juli 20

Joel S. Hayward: For God and Glory: Lord Nelson and His Way of War

For God and Glory: Lord Nelson and His Way of War„For God and Glory: Lord Nelson and His Way of War“, für Gott und Ruhm, ist eine ambitionierte Analyse von Horatio Nelson während der Napoleonischen Kriege. Anstatt durch Heldenverehrung geblendet zu werden, versucht Hayward einen überzeugenden und unvoreingenommenen Bericht über einen Mann, der zutiefst religiös war, sich seiner menschlichen Schwächen bewusst war und ein meisterhafter Stratege und Taktiker auf See war zu beschreiben.

Joel Hayward geht auf originelle und thematische Weise auf das Studium von Horatio Lord Nelson ein und analysiert den einzigartigen Kampfstil, die Doktrin, die Taktik und die Einsatzkunst des Admirals, seine Führungsqualitäten sowie seine Einstellungen und Überzeugungen. Hayward versucht zu erklären, wie all diese Elemente sich zu dem Mann vereinigten, dessen ansteckendes Ethos sich in seiner gesamten Kraft ausbreitete.

Er zeigt, dass Nelsons kreatives Genie, seine aufregende und intensive Persönlichkeit und seine Leidenschaft für alle kriegerischen Dinge nicht nur Mut und Loyalität erweckten, sondern auch die Herzen und Köpfe seiner Männer so verblüfften und entzündeten, dass er zu Lebzeiten beinahe Kultstatus erreichte.

Joel Hayward ist Professor für „Strategic Thought“ am National Defense College der Vereinigten Arabischen Emirate. Sein Blick auf den britischen Seehelden Horatio Nelson ist verfügbar bei Naval Institute Press.

Mark Braude - The Invisible Emperor: Napoleon on Elba

The Invisible Emperor: Napoleon on Elba from Exile to EscapeIm Frühjahr 1814 wurde Napoleon Bonaparte besiegt und durch seine Gegner kalt gestellt. Nachdem er ein Imperium auf dem halben europäischen Kontinent aufgebaut,  überwacht und das Leben von etwa 80 Millionen Menschen regiert hatte, befand er sich plötzlich im Exil auf Elba, auf weniger als hundert Quadratkilometer Land im Mittelmeer.

Dies hätte das Ende der Ära Napoleon Bonaparte sein können. Doch er fügte seiner Geschichte in diesem kurzem ersten Exil ein weiteres spannendes Kapitel hinzu. Denn bald zwang Napoleon seinen Entführern und der Insel selbst sein Charisma und seinen historischen Ehrgeiz auf und plante seine Rückkehr nach Frankreich und an die Macht. Nach zehn Monaten Exil entkam er mit etwas mehr als tausend Anhängern im Schlepptau, marschierte nach Paris und eroberte den Palast der Tuilerien zurück - alles ohne einen Schuss abzugeben. Keiner ahnte zu diesem Zeitpunkt, dass die 100 Tage bei Waterloo in einem katastrophalen Fanal enden sollte.

Autor Mark Braude dramatisiert dieses seltsame Exil und die unwahrscheinliche Flucht in feinen Details. Dabei beschreibt er auch Nebenfiguren, wie seinen britischen Aufpasser auf Elba, Neil Campbell, der für immer beschämt war, "Boney" entkommen zu lassen. Was dabei herauskommt, ist eine überraschende neue Perspektive auf eine der folgenreichsten Figuren der Geschichte. Der unsichtbare Kaiser beschreibt die täuschend ruhige, aber letztendlich dramatische Unterbrechung der 25-jährigen Militärkarriere eines der berühmtesten Soldaten der Geschichte. The Invisible Emperor: Napoleon on Elba from Exile to Escape von Mark Braue im Reprint bei Penguin Books; ab dem 8. Oktober 2019.